Die Immobilienverwaltungen sind durch die Corona-Pandemie in solch erheblichem Ausmaß gefordert, dass sie mit der Vorbereitung des Zensus 2021 an den Rand ihrer Kapazitäten geraten. Drei von vier Verwaltungen befürworten deshalb eine Verschiebung auf das Jahr 2022. Das hat eine aktuelle Online-Umfrage des Verbandes der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV Deutschland) unter rund 1.100 Verwaltungen ergeben. Bund und Länder hatten sich zwar bereits am 30. März darauf geeinigt, bei der Europäischen Union auf eine Verschiebung des Zensus 2021 hinzuwirken. Doch solange darüber keine Entscheidung getroffen ist, „sind die aktuellen Rechtsgrundlagen weiterhin bindend″, so das Statistische Landesamt Baden-Württemberg in einem Schreiben an den VDIV-Landesverband Baden-Württemberg. „Für alle am Zensus Beteiligten – Eigentümer und Verwalter, Kommunen und Statistische Landesämter – ist dieser Schwebezustand nicht länger zumutbar. Es wird Zeit für eine verlässliche Aussage″, betont VDIV-Deutschland-Präsident Wolfgang D. Heckeler.

Für Wohnungswirtschaft und Behörden ist die Vorbereitung des bislang anvisierten Termins 2021 mit umfangreichen Vorbereitungen verbunden, welche sie nach momentaner Rechtslage in diesen Wochen des allgemeinen Ausnahmezustandes erbringen müssen. „Verwalter müssen sich intensiv mit der Datenschutzgrundverordnung auseinandersetzen, die nun erstmals zur Anwendung kommt. Kommunen investieren viel Zeit und Kraft, um ihre Erhebungsstellen zu besetzen″, erläutert Verbandschef Heckeler. „Hier wird viel Energie und auch Geld in ein Projekt gesteckt, über dessen Verschiebung die Politik seit Wochen laut nachdenkt. Das ist nicht nachvollziehbar – diese Energie brauchen die Beteiligten angesichts der Corona-Pandemie dringend an anderen Stellen. Eine klare Entscheidung seitens der Politik würde eine erhebliche Entlastung bedeuten.″